Kreuzbund

Der Kreuzbund hat seinen Ursprung in der katholischen Kirche. Pfarrer Josef Neumann gründete den „Katholischen Verein gegen Missbrauch geistiger Getränke“ 1896 in Aachen. 1899 wurde dieser in „Katholisches Kreuzbündnis“ umbenannt. Der Verband wirkte damals dem weit verbreiteten Elendsalkoholismus entgegen. Bis in die 1960er Jahre war der Kreuzbund aufgrund dieser Prägung ein Abstinenzverband, die Mitglieder lebten solidarisch-abstinent, meist ohne selbst suchtkrank zu sein.

2004 wurde der jetzige Name:  „Kreuzbund e.V. – Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige“ auf der Delegiertenversammlung beschlossen.

Im Jahr 1957 erkannte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alkoholabhängigkeit als Krankheit an. Das Bundessozialgericht zog am 18.06. 1968 nach. Nun hatten Betroffene einen Anspruch darauf behandelt zu werden (Entgiftung und Therapie), die Sucht-Selbsthilfe erlebte einen Aufschwung. In der Folge entwickelte sich der Kreuzbund vom Abstinenzverein zu einem Selbsthilfeverband für Suchtkranke und Angehörige, Suchtkranke übernahmen führende Funktionen im Verband..

Der Wandel vom Abstinenzverband zur Selbsthilfegemeinschaft fand seinen Höhepunkt 2004 in der Wahl einer Angehörigen zur Bundesvorsitzenden und in der Aufhebung der satzungsgemäßen Abstinenzverpflichtung für nicht-suchtkranke Angehörige.

Der Kreuzbund ist offen für alle Menschen, die Probleme mit Suchtmitteln haben oder unter der Suchterkrankung eines Angehörigen leiden. Ziel der Selbsthilfearbeit ist es, durch wechselseitige Solidarität und lösungsorientierte Hilfen die Gesundungschancen suchtbetroffener Menschen zu erhöhen und damit zur Entfaltung der Persönlichkeit beizutragen.

Erhebungen zeigen, dass 85 % der Suchtkranken, die regelmäßig eine Kreuzbund-Gruppe besuchen, dauerhaft abstinent leben. Der Kreuzbund leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsförderung, zur Rehabilitation und zur Kostendämpfung  im Gesundheitswesen.

Rund 3.500 Mitglieder haben ehrenamtliche Funktionen im Kreuzbund übernommen, sei es in der Gruppe, auf regionaler Ebene oder in  einem der 27 Diözesanverbände. Die ehrenamtlichen Mitglieder motivieren durch die eigene Abstinenz, Wege in ein suchtmittelfreies Leben zu finden. Sie werden durch Schulungen kontinuierlich weiter qualifiziert , informieren  über Behandlung- und Therapiemöglichkeiten und klären die Öffentlichkeit über Suchtmittelmissbrauch- und -abhängigkeit auf. Dies soll zur Sensibilisierung der Menschen im Umgang mit Suchtmitteln beitragen.

Der Kreuzbund ist ein Fachverband des Deutschen Caritas-Verbandes und zur Zeit der größte Suchthilfselbsthilfeverband in Deutschland.